Carolin Kirn
Wettbewerbsvorteile von Kreditgenossenschaften gegenüber der Konkurrenz
Band 23 der Reihe "Arbeitspapiere” des Forschungsinstituts für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg, ISSN 0934-0726, 105 und XI Seiten, Nürnberg 1996, € 17,00.
Die Genossenschaftsbewegung und das genossenschaftliche Gedankengut haben in den letzten Jahren viel von ihrem ursprünglichen wirtschafts- und sozialpolitischen Glanz verloren und geraten heute zunehmend in die Kritik. Ein eindeutiges Indiz dafür sind die sich in jüngster Zeit mehrenden Berichte in der Presse über wirtschaftliche Fehlschläge und mangelhafte Geschäftspolitik bei zahlreichen Genossenschaften. Dies und nicht zuletzt auch der Wegfall des genossenschaftlichen Förderungsauftrages im klassischen Sinne durch die Angleichung aller Bankengruppen hinsichtlich ihres Leistungsprofils und ihrer Kundenzielgruppen ist Gegenstand so mancher Diskussionen darüber, ob Genossenschaften in entwickelten Märkten überhaupt noch zeitgemäß sind, oder ob sie nicht schon längst ihr "Verfalldatum" überschritten haben.
Angesichts dieser Entwicklung müssen Kreditgenossenschaften zum einen ihren Förderungsauftrag mit neuem Leben füllen, wenn sie ihre Existenzberechtigung auch in Zukunft unter Beweis stellen wollen. Zum anderen müssen sie aktiv den Konkurrenzkampf um Kunden und Marktanteile aufnehmen, wollen sie sich im Wettbewerb erfolgreich behaupten.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich in Anbetracht dieser Tendenzen zunächst mit der Analyse der Wettbewerbsposition der Kreditgenossenschaften im Gruppenwettbewerb der Kreditinstitute sowie des genossenschaftlichen Förderungsauftrags vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit basiert auf der Fragestellung, ob - und wenn ja - wo Genossenschaftsbanken Wettbewerbsvorteile gegenüber den konkurrierenden Universalbanken aufzuweisen haben. Daneben arbeitet die Verfasserin aber auch Erfolgspotentiale heraus, die zur Steigerung der kreditgenossenschaftlichen Wettbewerbsposition geeignet erscheinen. Darüber hinaus werden Verbesserungsvorschläge für die den Kreditgenossenschaften immanenten, aber zur Erzielung von Marktvorteilen noch unzureichend genutzten Potentiale gemacht.
Gegenstand dieser Untersuchung sind zunächst diejenigen Wettbewerbsvorteile, die Genossenschaftsbanken aus ihrem speziellen Unternehmenstyp erwachsen. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Wettbewerbsvorsprünge der Kreditgenossenschaften, die ihnen aus dem kreditgenossenschaftlichen Zielsystem als Grundlage der Geschäfts- und Wettbewerbspolitik, aus der Organisationsstruktur und der Willensbildung sowie aus den Eigentumsverhältnissen erwachsen. Die Verfasserin analysiert die Wettbewerbsvorteile von Genossenschaftsbanken, die sich aus ihrer Zugehörigkeit zum kreditgenossenschaftlichen Verbundes ergeben. Ausgehend vom Wesen der genossenschaftlichen Verbundvorteile beleuchtet die Verfasserin die Marktchance, die aus der Struktur des Verbundes und aus den Verbundleistungen entstehen - immer im Vergleich zu den Verbundsystemen der Mitwettbewerber. Die Verfasserin greift in der vorliegenden Arbeit Vorteile der Kreditgenossenschaften auf, die durch ihre Betriebsgröße bedingt sind. Neben der Flächendeckung durch Kleinbetriebe erscheint hier hauptsächlich die kleine genossenschaftliche Bankfiliale vor Ort nicht nur ein Garant für Exklusivleistungen zu sein, sondern vielmehr auch ein typisch genossenschaftlicher strategischer Erfolgsfaktor, den es auch in der Zukunft zu wahren gilt. Schließlich ist die Verfasserin der Frage nachgegangen, ob und ggf. wo Förderungspotentiale für Kreditgenossenschaften bestehen, die ihre Existenz auch zukünftig erfordern und rechtfertigen.
Den Abschluß dieser Publikation bildet eine thesenartige Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse.
***
Diese Veröffentlichung ist zu beziehen beim
Forschungsinstitut für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg
E-Mail: info(at)genossenschaftsinstitut.de
zum Preis von € 17,00 zzgl. Versandkosten.
***