Band 36
Florian Pollich:
Die Auswirkungen der Genossenschaftsrechtsreform von 2006 auf die Neugründung von Genossenschaften.
Band 36 der Reihe "Arbeitspapiere” des Forschungsinstituts für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg, ISSN 0934-0726, 106 S. und XVI Seiten, Nürnberg 2009.
Das Problem
Seit mehreren Jahrzehnten stagniert die Anzahl genossenschaftlicher Neugründungen stagniert auf sehr niedrigem Niveau bei gleichzeitig sinkendem Bestand an Unternehmen in der Gesellschaftsform „eG“. Der gründungshinderliche genossenschaftsrechtliche Rahmen von vor 2006 hatte an dieser Entwicklung einen sicherlich nicht unerheblichen Anteil.
Um das geschilderte Problem in seinem Ansatz zu lösen, war eine Reform des Genossenschaftsrechts unabdingbar, welche 2006 auch erfolgte.
Der Forschungsansatz
Diese Arbeit untersucht daher die Auswirkungen der Genossenschaftsrechtsreform von 2006 auf die Neugründung von Genossenschaften. Nach einem kurzen Grundlagenkapitel stellt der Verfasser die Genossenschaftsrechtsnovelle von 2006 in umfassender Weise dar und analysiert im empirischen Teil der Arbeit unter anderem die Impulse zweier wesentlicher Reformpunkte (Erweiterung des Förderzwecks um soziale und/oder kulturelle Belange sowie Herabsetzung der Mindestmitgliederzahl), welche sich positiv auf die Neugründung von Unternehmen in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft auswirken sollen. In einem weiteren Kapitel vergleicht und gewichtet der Autor schließlich verschiedene weitere Faktoren, welche das Neugründungsgeschehen im genossenschaftlichen Sektor prägen könnten und stellt ihre Bedeutung – hier wieder im Vergleich zur Genossenschaftsrechtsreform von 2006 – heraus.
Die Ergebnisse
Durch die Novellierung des Genossenschaftsgesetzes im Jahre 2006 scheint eine Attraktivitätssteigerung der Rechtsform „eG“ tatsächlich gelungen zu sein, wie die Entwicklung der Neugründungszahlen nach 2006 beweist. Einen nicht unwesentlichen Anteil hatte dabei die Herabsetzung der Zahl der erforderlichen Mindestmitglieder von sieben auf drei Personen.
Insbesondere Sektoren wie Energie, Ökologie und Gesundheitswesen erfreuten sich seit 2007 eines hohen genossenschaftlichen Neugründungsinteresses. Allerdings gilt es festzustellen, dass der Trend allmählich steigender genossenschaftlicher Neugründungszahlen nicht allein das Resultat der positiven Wirkung durch die Genossenschaftsrechtsreform von 2006 ist, sondern ebenfalls von weiteren Faktoren, wie etwa einer Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit, geprägt wird.
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