Daniela Cario
Vom Sportverein zur Sport-eG
Band 42 der Reihe "Veröffentlichungen des Forschungsinstituts für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg", ISBN 3-924677-24-7, 288 und LXXXI Seiten, Nürnberg 2002, € 29,90.
Die Arbeit beschäftigt sich erstmals umfassend mit der Umwandlung von Sportvereinen in eingetragene Genossenschaften (eG) und entwickelt das Modell einer Sport-eG.
Während im professionellen Sport die Betätigung von Kapitalgesellschaften ein viel diskutiertes Thema ist und bereits einige Umwandlungen in Kapitalgesellschaften stattgefunden haben, ist die Rechtsform der eG weitgehend unbeachtet geblieben. Dabei erscheint gerade sie als „nächste Verwandte“ des e. V. geeignet, den Zwiespalt zwischen althergebrachter Vereinskultur und den Anforderungen an moderne Sportvereine zu lösen. Die eG bietet als kaufmännische Fortsetzung des Idealvereins die Möglichkeit, den Vereinsgedanken weiterzuführen. Sie weist vereinsähnliche Strukturen auf und wird aufgrund des ihr immanenten Selbstverwaltungs- und Demokratieprinzips den Interessen der Mitglieder am ehesten gerecht. Mit der eG kann einerseits eine reine Kommerzialisierung verhindert werden, während andererseits – insbesondere unter kaufmännischen Gesichtspunkten – eine professionelle Leitung der (ehemaligen) Vereine ermöglicht wird.
Die Verfasserin weist zunächst nach, dass sich Sportvereine vielfach zu Wirtschaftsunternehmen entwickelt haben, die wie andere Unternehmen auch am Rechts- und Geschäftsverkehr teilnehmen, und dass das Vereinsrecht hierfür v. a. wegen der fehlenden Gläubigerschutzvorschriften (nur rudimentäre Rechnungslegung, keine Prüfung, keine Publizität etc.) keine passende Rechtsgrundlage bietet. Sodann wird unter Abwägung der Interessen der am Sportvereinsleben beteiligten Personengruppen überprüft, welche Rechtsformen für die Umwandlung von Sportvereinen grundsätzlich in Betracht kommen. Die Verfasserin kommt zu dem Schluss, dass die eG insbesondere für die Verfolgung der Mitgliederinteressen die größten Chancen bietet.
Im Hauptteil der Arbeit wird das Modell der Sport-eG konkretisiert und die Eignung der Rechtsform für den Bereich des Sports dargelegt. Hier setzt sich die Verfasserin eingehend mit den Voraussetzungen des § 1 GenG auseinander und erläutert, wie mit einer Sport-eG die Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft der (ehemaligen) Vereinsmitglieder erfolgen kann. Aufgrund des kapitalintensiven Umfelds einer Sport-eG zeigt die Verfasserin mehrere Möglichkeiten auf, wie eine Sport-eG ihre Eigenkapitalbasis stärken kann. Die Arbeit schließt mit Erläuterungen zu den praktischen Schritten, die für eine Umwandlung eines Sportvereins in eine Sport-eG erforderlich sind.
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