Heino Weller
Anforderungen im Rahmen der Gründung einer Genossenschaft
Band 45 der Reihe „Veröffentlichungen“ des Forschungsinstituts für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg, ISBN 3-924677-27-1, 204 und LIX Seiten, Nürnberg 2004, € 35,90.
Mittelständische Unternehmen befassen sich in diesen Tagen verstärkt mit Formen der zwischenbetrieblichen Kooperation. Ergebnisse einer vom Institut für Mittelstandsforschung in Bonn begleiteten Studie zeigen, dass jedes dritte mittelständische Unternehmen eine Kooperation für die nächsten zwei Jahre plant, um auf diesem Weg die eigene Wettbewerbsposition zu erhalten oder – im Idealfall – zu verbessern. Erhebungen im traditionell mittelständisch geprägten Handwerk sehen voraus, dass in zehn Jahren 50 % aller selbstständigen Handwerksbetriebe über Dienstleistungsnetze kooperieren werden. Die Bandbreite zwischenbetrieblicher Kooperation reicht von informellen Zusammenschlüssen mehrerer Unternehmen bis hin zu Formen der Zusammenarbeit, bei denen die wirtschaftliche Selbstständigkeit der beteiligten Unternehmen zugunsten eines Kooperationspartners weitgehend aufgegeben wird. Zur Palette kooperativer Organisationsformen zählt auch die Genossenschaft. Sie bietet die Möglichkeit, sich zwischenbetrieblich zu organisieren, ohne dabei an wirtschaftlicher Selbstständigkeit einzubüßen oder diese gar zu verlieren. Dies macht die Genossenschaft in besonderem Maße für klein- und mittelständische Unternehmen interessant.
Für an der Gründung einer Genossenschaft Interessierte fehlt es bislang an einer problemorientierten ganzheitlichen Beschreibung des eigentlichen Gründungsvorgangs. Mit dieser wird den Praktikern ein Leitfaden für die Gründung einer Genossenschaft an die Hand gegeben, der die spezifischen Probleme, mit denen die Entscheidungsträger im Gründungsstadium einer Genossenschaft konfrontiert werden, herausarbeitet. Aus Sicht der Gründungsmitglieder und der die Gründung begleitenden Verbände werden Anforderungen abgeleitet, mit denen den erkannten Problemen vorgebeugt werden kann. Dadurch können den Gründungserfolg gefährdende Risiken vorab erkannt und vermieden werden.
Inhaltlich behandelt der Gründungsleitfaden die rechtlichen und ökonomischen Anforderungen getrennt. Im ersten Schritt werden die gesellschaftsrechtlichen Anforderungen an die Gründung einer Genossenschaft vorgestellt und im Rahmen eines Rechtsformvergleichs den Gründungsanforderungen im AktG und im GmbHG gegenübergestellt. Im zweiten Schritt wird ein Phasenmodell entworfen, mit dessen Hilfe die ökonomisch relevanten Entscheidungen im Rahmen der Genossenschaftsgründung transparent dargestellt werden. Immer wieder werden die Ergebnisse der Gründungsforschung, die sich als junge Teildisziplin der Betriebswirtschaftslehre bisher noch nicht mit der Gründung von Genossenschaften beschäftigt hat, in den Leitfaden übertragen. Beispielsweise werden die genossenschaftsspezifischen Inhalte eines Business-Plans herausgearbeitet.
Der vorliegende Gründungsleitfaden richtet sich an diejenigen, die sich als Unternehmensgründer für die Genossenschaft als Rechtsformalternative interessieren und einen Überblick über die Gründung einer Genossenschaft und die dabei bestehenden Anforderungen suchen. Einführende Erläuterungen ermöglichen dabei auch jenen Interessierten einen Zugang zum Thema, die weder mit den Besonderheiten dieser Rechtsform noch mit den Eigenheiten einer Unternehmensgründung hinreichend vertraut sind.
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Diese Veröffentlichung ist zu beziehen beim
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