Harald J. Bolsinger
Die Genossenschaft als Kooperationsmodell für symbiotische KMU-Netzwerke
Ein Vision zukunftsfähiger Kooperativen für den Mittelstand
Band 48 der Reihe „Veröffentlichungen“ des Forschungsinstituts für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg, ISBN 3-924677-30-1, 289 und LXXXIX Seiten, Nürnberg 2006, € 54,90.
DAS PROBLEM
Um die Zukunftsfähigkeit der genossenschaftlichen Rechtsform zu sichern und die Neugründungsquote zu verbessern, ist eine Adaption des genossenschaftlichen Kooperationsmodells an die aktuellen Trends netzwerkbasierter Kooperation notwendig. Das wird mit der vorliegenden Arbeit durch die beispielhafte Erarbeitung eines primärgenossenschaftlichen Kooperationsmodells für den Mittelstand geleistet. Mittelständische Unternehmen werden durch Kooperation in die Lage versetzt, umfassende Kundenprozessorientierung und Kernkompetenzorientierung gleichzeitig sinnvoll zu verfolgen. Die vorliegende Arbeit zeigt diesbezüglich genossenschaftliche Potenziale auf, indem sie state-of-the-art-Kooperationsformen mit genossenschaftlicher Zusammenarbeit konkret verbindet und die Vorteile genossenschaftlichen Wirtschaftens in die ausgewählten Kooperationsformen einbringt.
DER FORSCHUNGSANSATZ
Die Arbeit verfolgt das Ziel anwendungsorientierter Forschung, indem ein Gestaltungsmodell für eine erst zu schaffende Realität entwickelt wird. Das Gestaltungsmodell besteht aus einem genossenschaftlich organisierten Unternehmensnetzwerk aus kleinen und mittleren Unternehmen, welches kundenorientiert agiert und ausgewählte Elemente der virtuellen Unternehmung integriert. In der Diktion der angewandten Forschung sind die Aussagen, Lösungsansätze und schließlich das fertige Genossenschaftsmodell wertend und normativ. Die Entfaltung des Genossenschaftsmodells wird schrittweise aufgebaut und Entscheidungen zur Auswahl der wesentlichen Gestaltungselemente werden detailliert erläutert. Die vorliegende Arbeit dient dadurch auch als Beispiel einer möglichen Vorgehensweise bei der Erstellung weiterer genossenschaftlicher Problemlösungsmodelle und zielt als Schrittmacherkonzept auf die Anregung neuer genossenschaftlicher Pionierarbeit in Wissenschaft und Praxis. Durch praxisbezogene Umsetzungsvorschläge der theoretischen Überlegungen füllt die Arbeit einen Teil der großen Lücke an konkreten genossenschaftlichen Geschäftsmodellvorschlägen.
DIE ERGEBNISSE
Als Zwischenergebnis der konzeptionell theoretischen Argumentation ergibt sich ein neuartiges Gesamtkonzept symbiotischer Kooperation vernetzter, mittelständischer Unternehmen. Auf diesem Konzept baut die Ableitung eines genossenschaftlichen Geschäftsmodells als Hauptergebnis der Arbeit auf. In Form einer neuartigen "Netzwerkplattformgenossenschaft" wird die Konzeption in die Praxisreife überführt.
Das Geschäftsmodell wird mit der Hinterlegung von konkreten Aufgaben der neuen Genossenschaft durch verschiedene Werkzeuge konkretisiert. Die Arbeit eröffnet damit neue genossenschaftliche Potenziale bei der Institutionalisierung von Unternehmensnetzwerken. Die erfolgreiche Verbindung der Genossenschaftsidee mit der Generierung von Kundenprozessinnovationen durch branchenübergreifende Kooperationen zeigt, dass genossenschaftliches Wirtschaften zeitgemäß und zukunftsorientiert ist.
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